Die Konsumgenossenschaft Koncoop hat bei ihrer Mitgliederversammlung am 19. Mai 2026 eine positive Entwicklung bei Umsatz und Mitgliederzahlen präsentiert. Im Mittelpunkt der Vollversammlung standen die Genehmigung der Bilanz zum 31. Dezember 2025, die Berichte der Gremien sowie die Neuwahl von Verwaltungsrat und Aufsichtsrat.
Trotz steigender Umsätze fiel der Jahresabschluss 2025 negativ aus. Verantwortlich dafür ist insbesondere die schwieriger gewordene Marktsituation im Raum Bozen. Durch die Eröffnung eines großen Supermarkts im Waltherpark hat sich der Konkurrenzdruck im Lebensmittelhandel deutlich verschärft.
Dennoch konnte Koncoop in allen drei Verkaufsstellen Umsatzsteigerungen erzielen. Den stärksten Zuwachs verzeichnete der Supermarkt in der Bozner Schlachthofstraße mit einem Plus von 9,96 Prozent. Auch die Filiale in Deutschnofen legte mit 3,74 Prozent zu, während der Standort Campofranco in Bozen nur noch um 1,54 Prozent wuchs. Insgesamt erreichte die Genossenschaft 2025 im Vergleich zum Vorjahr ein Umsatzplus von 4,87 Prozent.
Auch die Zahl der Mitglieder entwickelte sich positiv. Waren es 2024 noch 6.804 Mitglieder, zählt Koncoop inzwischen 6.902 Personen. Der durchschnittliche Einkauf der Mitglieder lag bei 30,28 Euro und bestätigt die starke Bindung vieler Kundinnen und Kunden an die Genossenschaft.
Koncoop beschäftigt derzeit insgesamt 53 Mitarbeitende, darunter 23 Frauen und 30 Männer. Die Belegschaft ist international geprägt: 31 Prozent der Beschäftigten stammen aus Italien, sieben Prozent aus anderen europäischen Ländern und 45 Prozent aus Staaten außerhalb der Europäischen Union. Zwei Mitarbeiter – eine Frau und ein Mann – gehören den geschützten Kategorien an. Gemeinsam mit der Bezirksgemeinschaft werden außerdem drei unbefristete Praktikumsplätze geführt.
Großen Stellenwert nimmt weiterhin die Zusammenarbeit mit regionalen Produzenten ein. Insgesamt arbeitet Koncoop mit 56 aktiven Lieferanten zusammen. Hauptlieferant bleibt das Konsortium SAIT, über das 93 Prozent der Waren bezogen werden. Die weiteren 55 Lieferanten sind lokale Produzenten und Betriebe. Damit unterstreicht die Genossenschaft ihren Fokus auf regionale und biologische Produkte.
Auch das soziale Engagement wurde bei der Vollversammlung hervorgehoben. Im Jahr 2025 spendete Koncoop insgesamt 12.043 Euro an soziale Projekte und Vereine, darunter der Vinzenzverein, der VKE, die Sozialgenossenschaft Gea, die das Frauenhaus in Bozen führt und verschiedene Sportvereine sowie Freiwillige Feuerwehren. Lebensmittel kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums werden regelmäßig an den Verein „Bröseljäger“ weitergegeben. Der Wert dieser gespendeten Waren belief sich 2025 auf 21.971 Euro.
Ein weiterer Schwerpunkt ist das derzeit laufende Projekt Re-Loci gemeinsam mit der Freie Universität Bozen. Ziel des Projekts ist die Förderung lokaler, fairer und nachhaltiger Lebensmittelkreisläufe. Gemeinsam mit Produzenten, Konsumentinnen und Konsumenten sowie Koncoop werden neue Modelle für Einkauf, Logistik und Zusammenarbeit entwickelt, um regionale Wirtschaftskreisläufe zu stärken und die Verbindung zwischen Produktion und Konsum weiter auszubauen.
Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurden zudem Verwaltungsrat und Aufsichtsrat neu gewählt. Letizia Lazzero stand nach 9 Jahren Engagement nicht mehr für eine Wiederwahl für den Verwaltungsrat zur Verfügung. Der Präsident der Genossenschaft Heini Grandi bedankte sich im Namen der Genossenschaft und verabschiedete sie herzlich.
Der neue Verwaltungsrat setzt sich aus 9 Mitglieder zusammen: Als Präsident wurde Heini Grandi bestätigt, die Rolle des Vizepräsidenten übernimmt Francesco Iurlaro. Irene Ziterni, Silvia Pfeifer, Klaudia Resch und Georg Mayr wurden als Verwaltungsräte bestätigt, neu dazugekommen sind Gunde Bauhofer, Giulia Failli und Andrea Canale.
Die Aufsichtsräte wurden alle drei von der Vollversammlung bestätigt: Nicola Moscon (Präsident), Robert Vill und Silvano Taiana.
Die Mitgliederversammlung hat gezeigt, dass Koncoop trotz wirtschaftlicher Herausforderungen optimistisch in die Zukunft blickt und ihren Weg als regionale und nachhaltige Konsumgenossenschaft konsequent fortsetzen wird.